Monte-Rosa-Hochtour

Hervorgehoben

Monte-Rosa-Bergmassiv in den Walliser Alpen (Juli 2021)

Mehrtägige hochalpine Wanderung im Monte-Rosa-Massiv in den Walliser Alpen.

IM JULI 2021

Tag 1 – Bergstation Klein Matterhorn (3.883 m) – Breithorn-Überschreitung (4.164 m) – Lambronecca Hütte (3.425 m)

Ausgangsort war das autofreie Bergsteigerdorf Zermatt auf einer Höhe von 1.608 m. Eine sechsköpfige Gruppe gipfelhungriger Bergsteiger und Bergsteigerinnen wurde unter der tiefenentspannten und hochkompetenten Leitung zweier junger Bergführer des DAV SUMMIT CLUB eine Woche lang in die imposante Gletscherwelt in einer der höchstgelegenen Bergregionen Europas begleitet.

Blick aus der Gondel der Luftseilbahn „Glacier Paradise“ auf dem Weg zur Station „Klein Matterhorn“ auf 3.883 m (Juli 2021)

Der erste Tag begann mit der Fahrt auf die Bergstation Klein Matterhorn (3.883 m) mit dem Matterhorn Glacier Paradise. Die 45-minütige Fahrt mit dieser modernen Luftseilbahn machte sofort die Dimensionen klar, die diese Giganten aus Fels und Eis in den kommenden Tagen für uns alle bereit halten werden würden. Der freie Blick auf einen der bekanntesten Berge der Welt – das 4.478 Meter hohe Matterhorn allein war diese Reise bereits wert. Der erste aus eigener Kraft erreichte Gipfel der gemeinsamen Hochtouren-Woche wurde das Breithorn (4.164 m). Lediglich 280 Höhenmeter trennen die Bergstation von meiner persönlichen 4.000er Premiere. Noch niemals zuvor in meinen Leben stand ich auf einem derart hochgelegenen Berggipfel. Natürlich bekam ich einige Zeit später bereits zu spüren, was es bedeutet, innerhalb so kurzer Zeit in dieser Höhe herum zu wandern. Leichte Symptome der sog. „Höhenkrankheit“ gesellten sich zu einem ansonsten traumhaften Auftaktabend auf der Lambronecca Hütte (3.425 m), unserem ersten Tagesziel.

Kurze Verschnaufpause auf dem Weg hinauf zum Breithorn-Gipfel (4.164 m) – einem der leichteren 4.000er in den Walliser Alpen.

Tag 2 – Castor-Überschreitung (4.221 m) – Quintino-Sella Hütte (3.584 m)

Die Nacht verlief den Umständen entsprechend recht gut und außer einem leichten Schläfendrücken begleitete mich zu Beginn des 2. Tages ausschließlich die Vorfreude auf die kommenden Highlights dieser in der Tat außergewöhnlichen Hochtouren-Woche. Frühes Aufstehen gehört zum ganz normalen Alltag am Berg. Die Vorteile liegen auf der Hand. Neben den deutlich niedrigeren Temperaturen am Morgen und der relativ hohen Wahrscheinlichkeit für eine entsprechend positive Gletschersituation sind auch noch die frühzeitige Einkehr auf der nächsten zu besuchenden Hütte und natürlich auch die unfassbar schönen Sonnenaufgänge zu nennen.

Wenige Meter unterhalb der Castor-Gipfel-Pyramide (4.221 m) wartet ein kurzer, aber dennoch konzentriert zu absolvierender Schneegrat. Zu beiden Seiten fallen die Steilwände mehrere hundert Meter in die Tiefe.

Als Gipfelziel stand die Castor-Überschreitung (4.221 m) auf dem Programm. Nachdem wir den Zwillingsgipfel, den Pollux, in unmittelbarer Nachbarschaft bestaunen konnten, konzentrierten wir uns bereits in den frühen Morgenstunden auf unsere erste Überwindung der heutigen Schlüsselstelle – ein leichter Firnhang mit maximal 50° Steilheit sowie im Anschluß daran ein flach ansteigender und ca. hüftbreiter Gipfelgrat garnieren diesen unvergesslichen Aufstieg zu meinem erst zweiten 4.000er-Gipfel. Völlig windstill und sonnenüberladen erwartet unsere Gruppe ein herrlich klarer Blick über die gesamte Bergwelt der Walliser bis hin zu den Berner Alpen. Sogar der Mont Blanc, mit seinen 4.810 m die höchste Erhebung in Zentraleuropa, ist mit seiner breiten Schneekappe unverkennbar in der Ferne zu erspähen.

Gipfelerfolg am Castor (4.221 m) bei völliger Windstille und einem atemberaubenden Panoramablick bis hinüber zur Mont-Blanc-Gruppe.

Wir alle sind total glücklich, an diesem Tag und bei diesen traumhaften Bedingungen auf diesem wider Erwarten doch recht unschwierig zu erreichenden Gipfel unsere wohlverdiente Brotzeit machen zu können. Der anschließende Abstieg führt uns auf die Quintino-Sella Hütte (3.584 m). Dort genießen wir die frühe Rückkehr im Liegestuhl auf der Sonnenterrasse. Was für ein grandioser Auftakt.

Tag 3 – Schneedomspitze (4.272 m) – Balmenhorn (4.167 m) – Vincent-Pyramide (4.215 m)

Am dritten Tag erwarten uns nun bereits deutlich mehr Höhenmeter und insgesamt drei Gipfel oberhalb von 4.000 Meter. Als mittlerweile gut akklimatisierte Bergsteigerinnen und Gletscherwanderer steigen wir zum Auftakt gleich einmal in einen steilen Firnhang ein, der an diesem Tag unter der Sicherung der erfahrenen und stets hilfsbereiten Bergführer mit guter Laune in Angriff genommen wird. Etwa zwei Seillängen kämpfen wir uns unter Einsatz von Steigeisen und Pickel Schritt für Schritt in Richtung Gipfel. Das Knirschen der Frontalzacken und die Einschläge der Eisäxte bilden einen unvergesslichen Rahmen für eine kurze und spannende Trainingseinheit in Sachen „Steileis und Firnhänge“.

Wieder einmal genießen wir am höchsten Punkt ein atemberaubendes Panorama und völlige Windstille auf meinem persönlichen erst dritten 4.000er-Gipfel, der Schneedomspitze (4.272 m). Weiter geht’s in Richtung Balmenhorn (4.167 m), einer winzigen Erhebung im Umfeld riesiger Eis- und Felsgiganten. Als nichtoffizieller 4.000er und somit auch nicht Teil der auf der UIAA-Liste vermerkten insgesamt 82 Gipfel mit mehr als 4.000 Metern Gipfelhöhe, ist dieser Berg nicht wirklich eine enorme Herausforderung. Allerdings ist für uns alle an diesem Tag auf dem langen steilen Weg über die Gletscher doch schon einiges an Kraft verloren gegangen.

Die Sonne drückt schwer und erbarmungslos, so wie auch der Rucksack mit allen nötigen Ausrüstungsgegenständen für das einwöchige Leben auf Hütten sowie den obligatorischen Pflichtwerkzeugen für jedwede Art von Gletschertour. Schnell kommt so ein Gewicht von 8-10 Kilogramm zussammen, zuzüglich etwa 2-3 Kilogramm für die notwendige Flüssigkeit, die sich bei mir aus einer 1 Liter-Thermoskanne und einer 1,5 Liter-Trinkblase zusammensetzt. Mein Rucksack hat ein Fassungsvermögen von 38 Litern und ich bin begeistert, wie wenig ich das Gewicht dann doch letztlich auf dem Rücken spüre. Nur die Hitze macht mir im Anstieg zu schaffen.

Zahlreiche geführte Seilschaften kämpfen sich Schritt für Schritt über die flache Gletscherkuppe in Richtung Balmenhorn (4.167 m)

Der Gipfel meines mittlerweile vierten 4.000ers wartet mit einem kurzen, aber seilversicherten Steig direkt unterhalb des höchsten Punktes auf. Oben angekommen begrüßt uns eine riesige, weithin sichtbare Christus-Statue, die auf diese Weise über dem Tal wacht und mich jetzt vor allem daran erinnert, dass ich mich auch hier oben stets behütet und beschützt fühlen darf. Das macht Mut für die kommenden schweren Tage. Der anschließende kurze Aufschwung über die nahe gelegene Vincent-Pyramide (4.215 m) ist der Zuckerguß auf eine Torte, bestehend aus einer herrlichen Gletscherrunde mit insgesamt 3 Gipfelsiegen und dem damit verbundenen „Bergfest“. Denn somit ist die Hälfte der gesamten Tour bereits geschafft.

Tag 4 – Schwarzhorn (4.321 m)- Ludwigshöhe (4.341 m) – Parrotspitze (4.432 m) – Zumsteinspitze (4.563 m) – Signalkuppe – Refugio Capanna Margherita (4.554 m)

Ein riesiger Koloss aus Eis und Fels reiht sich in dieser gigantischen Landschaft an den nächsten. Es ist ein Geschenk, für einige Tage lang Teil dieser Bergwelt zu werden.

Am vorletzten Tag wartet nun also die „Königsetappe“ der gesamten Hochtouren-Woche im Monte-Rosa-Massiv im Herzen der Walliser Alpen in den einmaligen Schweizer Bergen. Insgesamt nicht weniger als 5 Gipfel oberhalb der Grenze von 4.000 Metern sollen heute mit viel Ausdauer und entsprechend angepasstem Tempo gemeinsam geschafft werden. Gutes Wetter war bislang unser treuer Begleiter in den vorangegangenen Tagen. Heute aber ist es deutlich zugezogen und es drohen Kälte und Windgeschwindigkeiten bis zu 60 km/h. Auf der Höhe, in der wir uns seit Tagen bewegen, fällt unter diesen Umständen jeder Schritt schwer. Jeder Atemzug wird zur lebensnotwendigen Kraftquelle und permanente Konzentration ist bei diesen Bedingungen gefordert, doch sie fällt immer schwerer. Gut, dass wir zwei so erfahrene und wirklich in jeder Situation souverän agierende Bergprofis an der Seite wissen. So erreichen wir tatsächlich unter objektiv schweren Wetterverhältnissen und ein wenig erschöpft den höchsten Gipfel unserer gesamten Tour sowie die höchste bewirtschaftete Hütte der Alpen. Die Zumsteinspitze (4.563 m) und die Signalkuppe mit der dort oben wie ein Adlerhorst wirkenden Berghütte, dem „Refugio Capanna Margherita (4.554 m)„, runden einen wirklich anspruchsvollen Hochtouren-Tag ab und entführen uns alle in eine Welt, in der vor allem eines herrscht: Sauerstoffmangel.

Der Luftdruck verringert sich bis 4.500 Metern um 40 Prozent im Vergleich zur Meereshöhe. Auf dieser Höhe sind nicht selten zu beobachtende Symptome wie Koordinationsstörungen, Kopfschmerzen, gegen die keine Schmerzmittel wirken, Erbrechen, Halluzinationen und unkontrolliertes Verhalten zu beobachten. Später können Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, Abfall des Puls und Blutdrucks, erhöhte Temperatur und Lähmungen in den Extremitäten und der Atmung hinzukommen. Das Hirnhöhenödem führt spätestens nach 24 Stunden zum Tod. Es ist behandelbar, aber selbst das nicht immer erfolgreich.“ 1

Auch mein Herz schlägt deutlich schneller. Ich zwinge mich, mindestens 4-5 Liter Flüssigkeit zu mir zu nehmen und versuche am Nachmittag nach einer großen Schüssel Nudeln ein wenig zu ruhen. Doch das Atmen fällt schwer. Jeder Atemzug bringt nicht die gewohnte Sauerstoffmenge. Also zwinge ich mich dazu, permanent auf den normalen Atemzug zwei kürzere folgen zu lassen. Echt anstrengend für mich und nahezu nicht zu glauben, dass das Hüttenteam es hier oben in dieser dünnen Luft eine ganze Saison lang aushält und dabei so fröhlich und gänzlich gelassen ihre Arbeit verrichtet. Denn Wasser muß für alle notwendigen Verrichtungen mühsam außerhalb der Hütte in Form von Eis gesammelt und in einem großen Kessel geschmolzen werden. Klar, dass dieses kostbare Gut nur der Küche und dem Personal vorbehalten ist. Die Gäste wissen dies und nutzen deshalb nach jedem Toilettengang nur einfaches Klopapier und die überall aufgestellten Desinfektionsspender. Keep Life simple. An einen erholsamen Schlaf ist für mich in dieser Nacht nicht im Ansatz zu denken. Permanent gehe ich im Dunkeln zum Wasserlassen auf Toilette. Diese befindet sich glücklicherweise direkt auf dem Gang neben unserem 10-Bett-Zimmer im zweiten Stockwerk dieser imposanten Hütte. Ein im Verhältnis betrachtet harmloses Symptom der Höhe.

Über unseren Köpfen thront bereits das Tagesziel – die Signalkuppe (4.554 m) mit der höchsten bewirtschafteten Schutzhütte des gesamten Alpenraums.

Anders verhält es sich mit der Atmung. Solange ich noch wachliege und mich auf die tiefere Atmung konzentrieren kann ist alles in bester Ordnung. In dem Moment aber, in dem ich langsam müde werde und die Atmung abflacht, wache ich sofort auf und spüre, dass hier oben etwas richtig schwierig ist – Schlafen. Es wäre sicherlich übertrieben, in diesem Zusammenhang von Panik zu sprechen. Dennoch überfällt mich der übergroße Wunsch, einfach nur normal schlafen zu können, ohne permanent munter zu werden und festzustellen, dass der Sauerstoffmangel einfach nicht verschwinden wird.

Tag 5 – Monte-Rosa Hütte (2.883 m) – Rotenboden (2.815 m)

Eine ganz spezielle Erfahrung, die ich nicht allzu schnell wieder machen möchte. Die Nacht geht vorüber und ist kurz. bereits 3.45 Uhr klingeln oder vibrieren diverse Smartwatches an den Handgelenken meiner super coolen Mitstreiter und bewundernswert leidensfähigen und ebenso sympathischen Bergsteigerkolleginnen. Schnell wird das Frühstück hinter die Gaumen geschoben, die obligatorische Thermoskanne mit heißem „Marsch-Tee“ befüllt und schon geht es auf die letzte Etappe. Bei klirrender Kälte und im Licht der vielen mit Stirnlampen ausgestatteten Bergfexe schlängelt sich eine Seilschaft nach der nächsten runter von dieser „Hütte der Leiden“. Mehr als 2.000 Höhenmeter bergab liegen noch einmal vor uns. Über zahlreiche apere und nicht apere Gletscher geht es in Richtung Zivilisation zurück. Nach nicht einmal ganz drei Stunden erreichen wir die Monte-Rosa Hütte (2.883 m) und genießen einen heißen Espresso oder wie in meinem Fall: eine heiße Schokolade. Nun steht fest. Die Zeit in den Alpen neigt sich dem Ende entgegen und eine komplett fantastische Woche geht zu Ende.

Schlussetappe von der Monte-Rosa-Hütte (2.883 m) über den aperen Gornergletscher zur Station Rotenboden (2.815 m)

Ein letztes Mal Steigeisen anlegen und schon geht es über den mit deutlich und weithin sichtbaren Stangen markierten Gornergletscher. Die Spalten sind tief und gut zu erkennen. Wir springen wie die Gämsen über das weite Eisfeld unserem Zielort entgegen, der Station Rotenboden (2.815 m). Jetzt geht es nur noch bergab. Für mich auch sinnbildlich gesprochen. Es war alles hier so aufregend, so anders, so wunderschön. Eigentlich möchte ich überhaupt nicht nach Zermatt, um mich dort von meinen, mir mittlerweile echt ans Herz gewachsenen Bergfreunden zu verabschieden.

Aber so ist es nun einmal. Die Berge stehen dort bereits seit ewigen Zeiten.

Zweiter Tag. Zweiter Gipfel (Castor – 4.221 m). Die Freude ist allen ins Gesicht geschrieben. Super Wetter. Toller Weitblick und ja, es macht wirklich Spaß, sich hin und wieder bergauf zu quälen.

„…Wir Menschen bestaunen und bewundern sie, klettern auf ihnen herum und genießen jeden Moment in ihrer Nähe.

So bleibt nur ein wehmütiger Blick zurück und das Vertrauen darauf, dass es ganz sicher ein Wiedersehen geben wird.

Fußnoten

1 https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/das-macht-die-hoehe-mit-deinem-koerper/

Veröffentlicht unter Alpin

Gefahren im Hochgebirge

Objektive Risiken

Naturereignisse / Wettererscheinungen Beispiele Tipps
SonneSonnenbrand, SonnenstichSonnenschutz
KälteUnterkühlung, Erfrierungen
Durch die fehlende Versorgung mit ausreichend Sauerstoff, Wasser und Nahrung wird der Stoffwechsel des menschlichen Körpers auf ein Minimum zurückgefahren
Die Versorgung der Extremitäten wird bereits vorher reduziert. Daher steigt die Gefahr von Erfrierungen an Zehen und Fingern
Ausrüstung, Verpflegung, Tourenplanung
NässeUnterkühlung, Erfrierungen Ausrüstung, Wetterkunde
GewitterBlitzschlagGeländekenntnisse, Umgehendes Aufsuchen einer Schutzhütte
Nebelfehlende/unmögliche OrientierungNavigation, Geländekenntnisse
Dunkelheitfehlende/unmögliche OrientierungZeitmanagment, Ausrüstung
SturmBöen, hohe Windgeschwindigkeiten / Windchill-Effekt, HöhenstürmeAusrüstung, Wetterkunde
WetterstürzeWetterkunde
Stein- und EisschlagSeracs / Überhängende Eis-TürmeGeländekenntnis, Risikoabwägung
WechtenbruchGeländekenntnisse
Lawinen Eisbretter, SchneerutschLawinenkunde
GletscherspaltenSpaltensturzGletscherkunde, Spaltenbergungsverfahren (Selbstrettung, Mannschaftszug, Lose Rolle, Totmann-Anker), Knotenkunde
SauerstoffmangelDurch den Sauerstoffmangel und Dehydration ist das klare Denken stark beeinträchtigt bzw. verlangsamt
Wegen der Kälte ist die Höhenluft sehr trocken, daher verliert der Körper bereits über die Atmung sehr viel Wasser
Schnee schmelzen, mind. 4-6 Liter pro Tag Wasseraufnahme notwendig
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alpine_Gefahren
Gipfelkreuz des Sulzkogel (3.016 m) in den Stubaier Alpen (Österreich, Juli 2020)

Subjektive Gefahren

Gefahren Beispiele
mangelhafte ErfahrungSelbstüberschätzungWahl der Aufstiegsroute
zu schnelles / langsames Aufstiegstempo
LeichtsinnSicherheitsausrüstung, Geländebeurteilung,
Klettersturz durch ständige Wechsel von Felsgehen und Eisgehen sowie die daraus erwachsende Möglichkeit folgenreicher Fehltritte
Unkenntnis / unvollständige Information
geringes Könnenkein/mangelhafter AusbildungsstandDAV-Kurse
falsche TourenplanungZeitfaktor (vorzeitiger Einbruch der Dunkelheit, Wettersturz o. ä)
mangelnde körperliche Voraussetzungen (Kondition)Trainingszustand, Akklimatisierungkräftezehrender tagelanger Aufstieg
Gewichtsproblematik, BelastbarkeitNotwendigkeit, zumindest persönliche Gegenstände selbst mitzuführen
Dehydration, SinneseintrübungOft bewirken Erschöpfung und nachlassende Aufmerksamkeit, dass ein bedrohlich werdender Wassermangel nicht wahrgenommen wird
Ausrüstungsmängelfalsche AusrüstungSchuhwerk, Wanderausrüstung im Klettergelände
schlechte Ausrüstungzu altes / kaum noch funktionstüchtiges Material
unzureichende Ausrüstungungenügende Anzahl an Sicherungsmaterial, unzureichende wärmeisolierende Kleidung auf mehrtägiger Gletschertour
psychisches FehlverhaltenAuch die Psyche wird hoch belastet,
denn der Aufstieg in die Todeszone kann zu einer Begegnung mit den nicht geborgenen Leichen früherer Bergsteiger führen
fehlende RationalitätDarüber hinaus kann die drängende Motivation, um jeden Preis den prominenten Gipfel erreichen zu wollen, bewirken, dass eigentlich noch für den Abstieg benötigte Kräfte restlos investiert oder alarmierende körperliche Signale ignoriert werden
Viele Bergsteiger stürzten nicht bei schwierigen Kletterpassagen in den Tod oder wurden von Lawinen mitgerissen, sondern starben beim Abstieg an Erschöpfung
unglückliche Risikoabwägung Die mangelnde Entscheidungskompetenz aufgrund des akuten Sauerstoffmangels kann hier eine fatale Rolle spielen
fatale GruppendynamikProbleme bei Seilschaften im steilen Firn, beim Felsklettern, auf Gletschern
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alpine_Gefahren

Gipfel-Kosten

MONT BLANC (4.810 M)
Leistungen:5 Tage Organisation und Führung durch einen staatl. geprüfter Berg- und Skiführer
Spesen und Übernachtungskosten des Bergführers
Zusatzkosten:An- und Abreise nach Chamonix/Les Houches
Berg- und Talfahrt Seilbahn Chamoinx/Les Houches
Chamonix 4 x Übernachtung/Verpflegung, Hütten oder Pension zusammen ca. EUR 300 – 350,-
technische Ausrüstung (Verleih EUR 25,-)
Getränke
Versicherungen
5 Tageca. EUR 1.500,-
Quelle: https://www.amical-alpin.com/sommer/hochtouren/

Monte-Rosa-Hochtouren-Woche (10 viertausender)
Leistungen:DAV Hochtour (inkl. Versicherung; Reisekranken-Versicherung, Assistance-Leistungen, Reisehaftpflicht-Versicherung, Fahrradschutz; EUR 1.150,-)
5 Tage Organisation und Führung durch einen staatl. geprüfter Berg- und Skiführer, Hütten-Reservierung
Spesen und Übernachtungskosten des Bergführers
Zusatzkosten:Hin-, Rückreise (Erfurt – Visp; EUR 110,-)
Berg- und Talfahrt Seilbahn Klein Matterhorn (Glacier Paradise; EUR 75,-)
Bahn Herbriggen (EUR 25,-)
Bahn Rotenboden (EUR 55,-)
Transfer Zermatt (Hin- und Rückfahrt, EUR 25,-)
Covid 19-Versicherung (EUR 75,-)
4 x Übernachtung/Verpflegung, Hütten oder Pension zusammen (ca. EUR 300 – 350,-)
5 Tageca. EUR 1.900,-
Quelle: https://www.dav-summit-club.de/dav-summit-club/alpen/alpen-sommer/

Blick von der Ötzi-Fundstelle (3.200 m) auf den Kreuzkamm der Ötztaler Alpen (Juli 2020)
ELBRUS (5.642 M), KAUKASUS (GEORGIEN)
Leistungen:Organisation der gesamten Reise
Reiseleiter, staatl. geprüfter Berg- und Skiführer
2 russische Bergführer für die Elbrus Besteigung, abhängig von der Gruppengröße
Linienflüge Deutschland-Moskau-Mineralny Vody mit AEROFLOT, 20 kg Aufgabe- und 10 kg Handgepäck,
Luftverkehrsabgabe und Flughafengebühren,
Rail- und Fly mit Aufpreis zubuchbar
Transfers laut Programm
3/4 Nächte: Hotels in Terskol und Mineralny Vody im DZ
Vollverpflegung während der gesamten Reise (Frühstück, Lunchpaket, Abendessen)
Unterbringung auf der Berghütte „Botschki“ oder anderer Hütte im Mehrbettschlafraum
Zusatzkosten:Besteigungspermit & Grenzpermit
Nationalparkgebühren
Seilbahnkosten
Seile & Funkgeräte
Notfallapotheke
Stornokosten-Versicherung
10 Tage ca. EUR 2.200,-
Quelle: https://www.amical-alpin.com/sommer/hochtouren/elbrus-bergtour/

Mera Peak (6.476 m), Himalaja (Nepal)
Leistungen:Leistungen – Mera Peak Trekking
Organisation der gesamten Reise
Expeditionsleiter bis zur Mera Peak Besteigung
(Lokale Reiseleitung auf dem Trekking raus)
Linienflüge nach Nepal ab Deutschland/Österreich/der Schweiz
– Abflug in: Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf oder Wien (DE/AT) oder Zürich (CH)
– Weitere EU-Flughäfen auf Anfrage
– inkl. 20kg Freigepäck und Handgepäck (7-10kg)
Flughafentransfers in Kathmandu
4 Nächte (ÜN/Frühstück) in einem Standardhotel in Katmandu im DZ/F
Transfers nach dem Programm inkl. Inlandsflug
Trekkingrunde mit voller Unterstützung (Sidar, Yaks/Träger, Lasten, Begleitmannschaft)
Vollpension während der gesamten Zeit auf Tour
Verpflegung durch nepalesische Küchenmannschaft
Die gesamte BC-Ausrüstung (Doppelzelt, Essenszelt, Duschzelt, Toilettenzelt)
Die gesamte Hochlager-Ausrüstung wie Zelte, Kocher und Töpfe, Seile und Fixiermaterial spezielle Verpflegung und Funkgeräte
Hochträger Sherpas samt deren Versicherungen, Ausrüstung, Honorar
Helikopter-Rettungsversicherung für nepalesisches Personal
Satellitentelefon und email im BC, Solarstromanlage
Umfangreiche Notfallapotheke, Pulsoxymeter, medizinischer Sauerstoff, Überdruckkammer GAMMOV-Bag
Nationalparkgebühren für das Khumbu Gebiet
NMA (Nepal Mountaineering Association) Permit für Mera Peak
 
Nicht enthalten:
 
Persönliche Ausrüstung
Ausgaben persönlicher Natur (Telefonate, alkoholische Getränke, Geschenke, u.a.)
Essengehen in Kathmandu
Kosten für Nepalvisum (30 Tage, USD 50)
Reiseversicherungen (Krankheit, Unfall, Rücktritt, etc.)
Trinkgelder
20 Tage ca. EUR 5.000,-
Quelle: https://www.summitclimb.de/de/trekking/mera-peak-besteigung/6621

PIK LENIN (7.134 M), PAMIR-GEBIRGE (TADSCHIKISTAN)
Leistungen:Organisation der gesamten Expedition
Besteigungsgenehmigung, inkl. aller Gebühren
Erfahrener Expeditionsleiter, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer
zusätzlich 1 erfahrener kirgisischer Guide, englischsprechend
Linienflüge Deutschland- -Bishkek und zurück mit
23 kg Aufgabe- und 8 kg Handgepäck
Rail und Fly gegen Aufpreis zubuchbar
Zubringerflüge ab anderen europäischen Abflughäfen auf Anfrage
Luftverkehrsabgabe und Flughafengebühren
Transfers lt. Programm, Inlandsflüge Osh
2 Nächte im Hotel in Bishkek im DZ (HP)
1 Nacht im Hotel in Osh im DZ (HP)
20 x Zelt (VP), in BC (DZ) und HCs (DZ)
Gepäcktransport ins ABC und zurück mit Pferden,
15 kg pro Person frei
Verpflegung durch erfahrene kirgisische Küchenmannschaft im Basislager und im ABC
Gesamte Basislagerausstattung (Mess-, Dusch-, Schlafzelt, etc.)
Gesamte Hochlagerausstattung (Zelt, Kocher, Gas, etc.)
1 Liegematte/TN
Gesamtes Fixier- und Sicherungsmaterial
Organisation von Luftfracht und Zollformalitäten (Zusatzkosten)
Umweltfreundlicher Solarstrom im BC 
Hochträger zum Transport der Gemeinschaftsausrüstung ABC-C2-C3 und zurück
gesamte HL-Ausrüstung, Kocher und Töpfe
spezielle HL-Verpflegung und umfangreiche Zusatznahrung aus Deutschland
pro 2 Teilnehmer ein Funkgerät
Satellitentelefon, Wetterbericht BC & HCs
Höhenmedizinische Überdruckkammer CERTEC BAG
Notfallapotheke, Notfallsauerstoff, Pulsoxymeter in BC und HCs
Stadtrundfahrt in Osh oder Bishkek (je nachdem wie lange die EXP dauert) mit Deutschsprachiger Reiseleitung (inklusive Eintritte)
Stornokosten-Versicherung
20 Grußpostkarten
25 Tage ca. EUR 5.000,-
Quelle: https://www.amical-alpin.com/expeditionen/kirgisistan/pik-lenin-7-134-m/
Auf dem Gipfel der Wildspitze (3.768 m, September 2020), dem höchsten Berg Nordtirols und der Ötztaler Alpen. Sie ist nach dem Großglockner (3.798 m) der zweithöchste Berg Österreichs.
CHO OYU (8.201 M), HIMALAJA (NEPAL)
Leistungen:Organisation der gesamten Expedition
Besteigungsgenehmigung, inkl. aller Gebühren
Erfahrener Expeditionsleiter, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer
Flug Frankfurt- Kathmandu/Nepal und zurück,
30 kg Aufgabe-, 7 kg Handgepäck frei
Zubringerflüge ab anderen europäischen Flughäfen auf  Anfrage
Rail & Fly gegen Aufpreis zubuchbar
Luftverkehrsabgabe und Flughafengebühren
Transfers, Besichtigungen laut Programm
5 x Hotel (DZ, HP)
5 x Guesthouse/Hotel in Tibet (DZ, HP)
in BC (EZ, VP) und HCs (DZ,VP)
Gepäcktransport ins BC und zurück (Tragtiere/Träger), 35 kg pro Person
Sirdar, Koch, Küchengehilfen im BC
Gesamte Basislagerausstattung (Mess-, Dusch-, Schlafzelt, etc.)
Gesamte Hochlagerausstattung (Zelt, Kocher, Gas, etc.)
1 Liegematte/TN
Gesamtes Fixier- und Sicherungsmaterial
Gesamte Visumabwicklung inkl. Gebühren Tibet
Organisation von Luftfracht und Zollformalitäten (Zusatzkosten) 
pro Teilnehmer ein nepalischer/tibetischer Climbing Sherpa inkl. Versicherung, Verpflegung, Honorar, Gipfelbonus (Pflicht lt. chinesischer Bergsteigerbehörde seit 2019!)
Beheiztes und doppelwandiges Messzelt im BC
Einzelzelt im BC
Umweltfreundlicher Solarstrom im BC
E-Mail und Internet im BC (gg. Gebühr)
Persönliches Funkgerät je TN
Satellitentelefon, Wetterbericht in BC und HCs
Umfangreiche Zusatzverpflegung in BC und HCs
Höhenmedizinische Überdruckkammer CERTEC Bag 
Notfallapotheke, Notfallsauerstoff, Pulsoxymeter in BC und HC
20 Expeditions-Grußpostkarten
Infotreff
40 Tage ca. EUR 32.000,-
Quelle: https://www.amical-alpin.com/expeditionen/tibet/cho-oyu-8-201-m/

Höhenanpassung

Höhenbergsteigen

  • Unter Höhenbergsteigen wird Bergsteigen in höheren Lagen eines Gebirges verstanden
  • Es erfordert die Anpassung der Organsysteme an die entsprechende Höhe, um das verringerte Sauerstoffangebot kompensieren zu können
  • Nur so kann bei der vermehrten körperlichen Belastung (passiv) und Anstrengung (aktiv), insbesondere ab etwa 7.000 m, die Gefahr von Ödemen (Lungenödem und Hirnödem) weitestgehend vermieden werden.

Wahl der Höhenstufe

HöheAnpassung
Meereshöhe – 2.000 m– problemlos
2.000 m– Reaktionsschwelle
2.000 m – 3.000 m– volle Kompensation
3.000 m – 4.000 m– Störungsschwelle
4.000 m – 6.000 m– ungenügende Kompensation
ca. 6.000 m– kritische Schwelle
6.000 m – 8.000 m– kritische Zone
ca. 8.000 m– Todesschwelle
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hentraining
Queren eines Firnfelds im Anstieg zum Habicht (3.277 m) in den Stubaier Alpen (Österreich, Juli 2020)

Höhen-Training

  • Da über ca. 4.000 m Höhe eine Akklimatisation nur noch ungenügend erfolgt und für ein sinnvolles Höhentraining ein gewisser Spielraum für die beim Training auftretenden Belastungen notwendig ist, werden größere Höhen im Wettkampfsportbereich kaum verwendet
  • Ansonsten tritt als negativer Nebeneffekt eine zu starke Verringerung der Trainingsintensität auf
  • Meist wird auf wesentlich niedrigerer Höhe trainiert, häufig im Bereich zwischen 1.900 m und 2.500 m
  • Im Alpinismus, insbesondere im Höhenbergsteigen, kann hingegen Akklimatisation auf wesentlich größeren Höhen sinnvoll und notwendig sein, da hier üblicherweise geringere Belastungsintensitäten auftreten und eine Akklimatisation an Höhen notwendig ist, die im Wettkampfsport nie auftreten
  • Bei der Wahl der richtigen Höhe werden auch individuelle Eigenschaften des Sportlers wie z. B. seine bisherige Hypoxieerfahrung berücksichtigt

Häufigkeit und Dauer

  • Meist werden für sinnvolles Höhentraining Aufenthalte von mehreren Wochen empfohlen
  • Häufig werden Wiederholungen des Hypoxietrainings als günstig betrachtet, es wird jedoch auch vermutet, dass allzu häufige Höhenaufenthalte kontraproduktiv sein könnten
  • Die Wahl des richtigen Zeitpunkts für Hypoxietrainingsphasen ist ebenfalls wichtig

Trainingsintensität

  • Häufig ist in Höhenlagen ein Training mit gleicher Intensität nur schwer möglich
  • Meist wird daher empfohlen, die Belastung erst nach einer mehrtägigen Akklimatisationsphase auf das gewohnte Maß zu steigern

Höhenanpassung

  • Je größer die Zielhöhe, desto länger ist die Anpassungszeit (Akklimatisation) an die Höhe
  • Die Anpassungszeit ist individuell verschieden und nicht direkt an anderweitige körperliche Fitness gekoppelt:
    • Es gibt unsportliche Personen, die über die natürliche Fähigkeit verfügen, die Konzentration an Erythrozyten (rote Blutkörperchen, die Träger des Sauerstoffs) auf das doppelte Maß anzupassen; sie können sich daher länger in großen Höhen aufhalten. 
    • Bei anderen Personen steigt die Konzentration auch bei längerer Anpassung nicht so stark – auch wenn sie sehr sportlich und austrainiert sind
  • Diese Anpassungsleistung lässt sich in gewissen Grenzen sportmedizinisch vorab ermitteln, jedoch zeigt sich die „Wahrheit“ erst vor Ort, beim Bewältigen von Anstrengungen bei verringertem Sauerstoff-Partialdruck in großer Höhe
  • Besonders wichtig wird dieses Thema bei Expeditionsreisen, bei denen bergsteigerisch begrenzt erfahrenen Kunden die Übernahme der Organisation und Logistik sowie das geführte Besteigen höchster Berge angeboten wird
  • Ein Extrembeispiel hierfür sind die geführten Touren auf den Mount Everest
  • Zu den besonderen Ausrüstungsgegenständen gehört dabei eine Sauerstoffmaske mit Ventilen und Reglern sowie eine entsprechende Anzahl von Sauerstoff-Flaschen, die zumeist von Trägern in gestaffelte Höhenlager verbracht werden
  • Das Besteigen des Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff gelang zwar mittlerweile ca. 100 Menschen, jedoch ist die physische Befähigung hierfür sehr selten
  • In aller Regel wird von touristischen Bergsteigern oberhalb von 7.500 m Flaschensauerstoff verwendet, zwischen 1,5 und 2,5 Liter pro Minute. Dies entspricht einem Bedarf von zwei Flaschen Sauerstoff in 24 Stunden
  • Im Bereich des Spitzenbergsteigens wird die Nutzung zusätzlichen Sauerstoffs inzwischen abgelehnt, weil sich eine trainingsbasierte Besteigung der Achttausender als machbar erwiesen hat und die Sauerstoffnutzung physiologisch nur der bei Besteigung eines Siebentausenders entspricht
  • Sauerstoffhilfe (eine Art Doping) wird aus sportlichen Aspekten eines fairen Leistungsvergleichs nur noch bei medizinischen Notfällen akzeptiert
  • Zur Planung einer Expedition in großen Höhen gehört ein genau ausgearbeiteter Plan für die Akklimatisierung
  • Hierzu gehört das Aufhalten in größerer Höhe zunächst ohne körperliche Anstrengungen
  • Eine Höhenanpassung ist ab etwa 3.000 m Höhe notwendig, wenn man sich dauerhaft in dieser Höhe aufhalten will
  • Dabei gilt die Faustregel, nur etwa 300 m am Tag aufzusteigen
  • Der zweite Akklimatisationsschritt erfolgt in den Basislagern, die im Himalaya etwa in einer Höhe zwischen 4.200 und 5.500 m liegen und so einen Aufenthalt über mehrere Wochen ermöglichen
  • Ausgehend vom Basislager, werden einzelne Touren zum Erreichen größerer Höhen unternommen, die der Akklimatisierung und, bei geführten Touren, zugleich der Bewertung der Teilnehmer durch ihre Bergführer dienen, inwieweit sie den Anforderungen noch größerer Höhen vermutlich gewachsen sein werden
  • Die benötigte Zeit der Akklimatisierung für eine Achttausender-Besteigung beträgt oftmals mehr als acht Wochen

Todeszone

  • Der Begriff Todeszone wurde von dem Expeditionsarzt der Schweizer Everest-Expedition von 1952 geprägt
  • Er bezeichnet den Aufenthalt in Höhen oberhalb von 7.000 m
  • Das ist die ungefähre Grenze, oberhalb der ein optimal akklimatisierter Mensch sich auch ohne weitere körperliche Anstrengungen nicht mehr regenerieren kann
  • Ab 7.000 m Höhe wird in den Lungenbläschen der kritische Sauerstoffpartialdruck von 30 bis 35 mm Hg (40 bis 47 hPa) unterschritten
  • Unterhalb dieses Wertes sinkt die Sauerstoffsättigung des Hämoglobins im arteriellen Blut unter einen tolerablen Wert
  • Der Körper baut unweigerlich so ab, dass ein dauerhafter Aufenthalt unmöglich ist, da man an der Höhenkrankheit sterben würde
  • Häufig wird als Todeszone auch erst die Region oberhalb von 8.000 m bezeichnet, in der bei mehr als 48 h Aufenthalt ein Überleben extrem unwahrscheinlich ist
  • Dass ein italienischer Bergsteiger im Jahre 2012 am Mount Everest vier Nächte auf einer Höhe von über 8.000 m überlebte, gilt daher als sehr große Ausnahme

Weitere Risiken

  • Aufgrund der Witterungsbedingungen in extremen Höhen (Kälte, hohe Windgeschwindigkeiten, Böen, Höhenstürme, Wetterstürze) gibt es immer wieder Kritik an den Erfolgsversprechungen der Agenturen, die oft mit einer Garantie für das Erreichen des Gipfels werben
  • Die tiefen Temperaturen und das sich nur wenige Tage im Jahr öffnende „Fenster“ halbwegs stabiler Wetterverhältnisse, der kräftezehrende tagelange Aufstieg und die Notwendigkeit, zumindest persönliche Gegenstände selbst mitzuführen, der ständige Wechsel von Felsgehen und Eisgehen sowie die daraus erwachsende Möglichkeit folgenreicher Fehltritte bergen in der Summe ein erhebliches Gefahrenpotenzial
  • Diese Faktoren haben zur Folge, dass der Versuch, einen 8.000er zu besteigen, mit äußerst hoher Lebensgefahr verbunden ist
  • Die Strapazen werden unter anderem auch an dem extremen Gewichtsverlust erkennbar: Ersteiger eines Achttausenders haben bei einer mehrwöchigen Expedition mindestens 15 kg, oft aber auch 30 kg abgenommen
  • Im oberen Bereich von Bergen wie dem Mount Everest besteht weiterhin wegen nicht vorhersehbarer Ereignisse (wie zum Beispiel sich rapide ändernder Witterungsverhältnisse) ein zusätzliches Risiko, in Lebensgefahr zu geraten
  • Dort sterben immer wieder Menschen, die in der überwiegenden Mehrzahl nicht leichtfertig handelten, sondern gut vorbereitet und trainiert waren, aber im Zusammenspiel mehrerer Vorfälle verunglückten, beispielsweise durch einen plötzlich auftretenden Wettersturz oder ein zufälliges Ausrüstungsversagen
  • Auch die Psyche wird hoch belastet, denn der Aufstieg in die Todeszone kann zu einer Begegnung mit den nicht geborgenen Leichen früherer Bergsteiger führen
  • Durch den Sauerstoffmangel und Dehydration ist das klare Denken stark beeinträchtigt bzw. verlangsamt
  • Wegen der Kälte ist die Höhenluft sehr trocken
  • Daher verliert der Körper bereits über die Atmung so viel Wasser, dass etwa sieben Liter tägliche Wasseraufnahme notwendig sind
  • Oft bewirken Erschöpfung und nachlassende Aufmerksamkeit, dass ein bedrohlich werdender Wassermangel nicht wahrgenommen wird
  • Darüber hinaus kann die drängende Motivation, um jeden Preis den prominenten Gipfel erreichen zu wollen, bewirken, dass eigentlich noch für den Abstieg benötigte Kräfte restlos investiert oder alarmierende körperliche Signale ignoriert werden
  • Viele Bergsteiger stürzten nicht bei schwierigen Kletterpassagen in den Tod oder wurden von Lawinen mitgerissen, sondern starben beim Abstieg an Erschöpfung
  • Die mangelnde Entscheidungskompetenz aufgrund des akuten Sauerstoffmangels kann hier eine fatale Rolle spielen
  • Durch die fehlende Versorgung mit ausreichend Sauerstoff, Wasser und Nahrung wird der Stoffwechsel des menschlichen Körpers auf ein Minimum zurückgefahren
  • Die Versorgung der Extremitäten wird bereits vorher reduziert
  • Daher steigt die Gefahr von Erfrierungen an Zehen und Fingern
  • Aufgrund des reduzierten Stoffwechsels profitiert der Körper auch in verringertem Maße von dessen Abwärme, was ein Aufrechterhalten der lebensnotwendigen Körpertemperatur erschwert

Herausforderungen

  • Es gibt im Höhenbergsteigen unterschiedliche Herausforderungen
  • Weit verbreitet ist das Besteigen einer bestimmten Gipfelkollektion, an erster Stelle steht dabei die Besteigung aller 14 Achttausender der Welt
  • Reinhold Messner war 1986 der erste Mensch, der das schaffte; mittlerweile haben dieses Ziel noch weitere 29 Menschen erreicht
  • Etwas weniger schwierig und gefährlich ist die Besteigung der Seven Summits, der jeweils höchsten Berge jedes Kontinents
  • Dieses Ziel haben bis heute mehrere hundert Menschen erreicht
  • Um einiges anspruchsvoller als die Seven Summits ist das Ziel, die jeweils zweithöchsten Berge aller Erdteile (Seven Second Summits) zu erklettern, da sie technisch zu weiten Teilen schwieriger und gefährlicher sind als die höchsten Berge
  • Als höherwertig gelten außerdem Besteigungen der 14 Achttausender, der Seven Summits und der Seven Second Summits, die in einem möglichst sportlichen Besteigungsstil (z. B. Alpinstil), auf schwierigen oder neuen Routen und im Fall der Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff absolviert werden
  • Die meisten Bergsteiger, die eine dieser Gipfellisten vollständig abarbeiten, begehen dabei die Normalrouten, nutzten die Vorteile des Expeditionsstils und an den Achttausendern Flaschensauerstoff
  • Erstbesteigungen spielen im modernen Höhenbergsteigen keine wesentliche Rolle mehr, da die wenigen noch unbestiegenen Berge zumeist aus religiösen oder militärischen Gründen nicht bestiegen werden dürfen (z. B. Gangkhar Puensum)
  • Erstbegehungen neuer Routen an den Achttausendern und an schwierigen Wänden von Sieben- und Sechstausendern sind dagegen auch heute noch in sehr großer Zahl möglich und stellen höchste Ansprüche an die beteiligten Alpinisten, vor allem, wenn sie in einem möglichst leichten und sportlichen Stil erreicht werden
  • Drei der fünf pakistanischen Achttausender sind bisher noch nie im Winter bestiegen worden. Auch dies gilt als extreme Herausforderung, ebenso wie die Begehung schwieriger Routen (oder Neurouten) im Alleingang
  • Weitere wichtige Herausforderungen im Höhenbergsteigen sind Speedbesteigungen (sogenanntes „Skyrunning“), vollständige Skiabfahrten, Überschreitungen und Enchaînements, ausgeführt an Achttausendern
  • Auch dabei ist für die korrekte Bewertung der einzelnen Leistungen die Betrachtung der Route, des Begehungsstils und die Dokumentation der eingesetzten Hilfsmittel entscheidend (Flaschensauerstoff, Fremdhilfe, Fixseile usw.)
  • Beispielsweise wird die Überschreitung eines 8.000er im Alpinstil zumeist deutlich höher bewertet als eine Speedbesteigung auf der präparierten Normalroute
  • Heute gibt es eine Vielzahl an Rekorden im Höhenbergsteigen, deren Bedeutung für den Alpinismus meist gering ist
  • Sie zielen vor allem auf die Vermarktung der jeweiligen Protagonisten

Höhenkrankheit

  • Als Höhenkrankheit (oder ungenau als Bergkrankheit) bezeichnet man einen Komplex von Symptomen, der bei Menschen auftritt, die sich in große Höhen begeben oder dort leben
  • Eine andere Bezeichnung ist D’Acosta-Krankheit (nach José de Acosta)
  • Die Höhe beim Auftreten erster Symptome ist individuell verschieden und stark konstitutionsabhängig, sehr selten kann eine Höhenkrankheit bereits zwischen 2.000 – 2.500 m auftreten
  • Leitsymptom sind
    • Kopfschmerzen, dazu kommen 
    • häufig Appetitverlust
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Müdigkeit
    • Schwäche
    • Atemnot
    • Schwindel
    • Tachykardie (Herzrasen)
    • Benommenheit bis zur Apathie 
    • Tinnitus und 
    • Schlafstörungen
  • Die Höhenkrankheit kann in ein akutes und lebensbedrohliches Höhenhirnödem (HACE) übergehen, auch kann sich ein ebenfalls lebensgefährliches Höhenlungenödem (HAPE) bilden

Betroffene Bergsteiger

  • Die Schwere und Häufigkeit der Höhenkrankheit ist bei Bergsteigern vor allem von der erreichten Höhe und der Geschwindigkeit des Aufstiegs abhängig
  • Bei nicht akklimatisierten Bergsteigern finden sich zu 10 – 25 % Zeichen einer Höhenkrankheit nach dem Aufstieg auf 2.500 m, die jedoch meist mild sind und die Aktivität nicht einschränken
  • Von mangelhafter Akklimatisation sind aber in 4.500 – 5.500 m Höhe 50 – 85 % der Bergsteiger betroffen
  • Die Höhenkrankheit kann deutlich schwerer sein und den weiteren Aufstieg verhindern
  • Neben der erreichten Höhe sind weitere starke Risikofaktoren für das Auftreten einer Höhenkrankheit ein Aufstieg von mehr als 625 m pro Tag ab 2.000 m und eine fehlende vorherige Akklimatisation mit weniger als fünf Tagen über 3.000 m in den vorausgegangenen zwei Monaten
  • Frauen sind häufiger betroffen, ebenso jüngere Menschen unter 46 Jahren sowie Menschen, die an Migräne leiden
  • Fehlende Fitness ist zwar kein Risikofaktor für die Höhenkrankheit, jedoch für eine allgemeine Erschöpfung

Bewohner von Höhenlagen

  • In den Anden, wo zahlreiche Großstädte wie La Paz, Cuzco oder Quito auf einer Höhe bis über 3.000 Meter liegen, ist die Höhenkrankheit, „Soroche“ genannt, ein ständiges Problem für viele Einheimische und auch Reisende
  • Tibeter haben genetisch bedingt eine erhöhte Atemfrequenz, so dass sie – im Gegensatz zu den indigenen Völkern Südamerikas – nicht so oft erkranken
  • Bei den Han-Chinesen kennt man die subakute Bergkrankheit bei Kindern nach Geburten in großen Höhen
  • Ein ähnliches Syndrom wurde bei Soldaten beschrieben, die über mehrere Monate in Höhen oberhalb von 6.000 m stationiert waren
  • Die chronische Höhenkrankheit (Monge-Krankheit nach ihrem Erstbeschreiber Carlos Monge Medrano, 1925) befällt Langzeitbewohner großer Höhen; hier kommt es zusätzlich zu einer Polyzythämie, zu Lungenembolien und zu Symptomen wie beim Pickwick-Syndrom

Ursachen und Verlauf

  • Die Ursache liegt darin, dass der Luftdruck mit zunehmender Höhe absinkt und damit auch der Sauerstoff-Partialdruck
  • Neben der dadurch bereits verminderten Sauerstoffaufnahme führt der geringe Sauerstoff-Partialdruck zu einer Verengung der Blutgefäße in der Lunge (pulmonale Vasokonstriktion; siehe Euler-Liljestrand-Mechanismus) und somit zu einem weiteren Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut
  • Es tritt eine Sauerstoffunterversorgung des Körpers (Hypoxie) ein
  • Die körpereigene Atemregulation wirkt dem nicht entgegen, da sie vornehmlich auf den Kohlendioxidgehalt des Blutes reagiert
  • Dieser steigt bei abnehmendem Luftdruck aber nicht an
  • Als weitere Komplikationen können ein Höhenlungenödem und ein Höhenhirnödem eintreten
  • Aufgrund des herrschenden Sauerstoffmangels kommt es zu einer reflektorischen Hyperventilation, die durch vermehrtes Abatmen von CO2 zu einer respiratorischen Alkalose führt (eine Anhebung des pH-Wertes im Blut, das Blut wird entsäuert bzw. alkalischer)
  • Dies erzeugt Kopfschmerzen, Verwirrung und Sinnestäuschungen
  • Durch eine gute Akklimatisierung kann die Niere diesen Effekt teilweise kompensieren, aber oberhalb von 7.000 m ist auch diese Gegenregulation nicht mehr ausreichend möglich
  • Außerdem kommt es aufgrund der Entwässerung (Dehydration) zu einer akuten Nierenleistungseinschränkung und die metabolische Kompensation der Alkalose (Stoffwechsel-Ausgleich) fällt weg
  • In Lunge und Gehirn verengen sich die Blutgefäße aufgrund der Selbstregulation
  • Im Gehirn ist der niedrige CO2-Partialdruck, in der Lunge der niedrige O2-Partialdruck für diese Gefäßverengung ausschlaggebend
  • Als besondere Form einer Atemstörung kann in ausgeprägten Fällen eine Cheyne-Stokes-Atmung bestehen
  • Im großen Kreislauf stellt sich ein hoher systolischer Blutdruck aufgrund der sympathischen Aktivierung ein, wodurch es im Hirn zum Abpressen von Flüssigkeit kommt und sich lebensgefährliche Ödeme bilden
  • Hier hilft nur sofortiger Abtransport in niedere Höhen, Sauerstoffbeatmung und eventuell eine Druckkammerbehandlung
  • Große Expeditionen führen zu diesem Zweck oft einen Gamow-Sack mit sich, der in Grenzen eine mobile Druckkammer-Funktionalität bietet
  • Das Höhenlungenödem ist von zunehmender Luftnot und von einem Flüssigkeitsübertritt in die Lungenbläschen eventuell mit schaumigem oder blutigem Auswurf gekennzeichnet

Gegenmaßnahmen

  • Bei leichten bis mäßigen Symptomen sollte einen Tag pausiert werden
  • Die Kopfschmerzen sollten mit einem nichtsteroidalen Antiphlogistikum, z. B. Ibuprofen, behandelt werden
  • Dazu werden ein Mittel gegen Übelkeit (Antiemetikum) sowie Acetazolamid zur besseren Akklimatisation empfohlen
  • Verbessern sich die Symptome nach einem Tag nicht, ist ein Abstieg um 500 bis 1.000 m angeraten.
  • Bei schweren Symptomen muss ein sofortiger und möglichst weiter Abstieg erfolgen
  • Dazu sollten Sauerstoff gegeben werden sowie Dexamethason (zunächst 8 mg intramuskulär, intravenös oder oral sowie weitere 4 mg alle sechs Stunden)
  • Eine große Gefahr ist die Entwicklung eines Höhenhirnödems
  • Ein Wiederaufstieg sollte nur erfolgen, wenn die Höhenkrankheit ohne Einsatz von Medikamenten (außer Acetazolamid) völlig verschwunden ist
  • Dann empfiehlt sich beim Wiederaufstieg die Einnahme von Acetazolamid zur Prophylaxe
  • In den Anden wird als Mittel gegen Höhenkrankheit (auch vorbeugend) ein Tee aus Blättern des Cocastrauchs getrunken oder diese werden mit Kalk gekaut
  • In Tibet wird von den Einheimischen Buttertee (gesalzener Tee mit viel Butter) als Vorsorge gelobt
  • Für beides gibt es keine Studien, die die Wirksamkeit nachweisen

Vorbeugung

  • Der Körper kann sich innerhalb weniger Tage in gewissem Ausmaß an diese Situation anpassen, indem er mehr rote Blutkörperchen produziert
  • Diese Anpassung wird als Akklimatisation bezeichnet
  • So wird für Bergtouren über 4.500 m empfohlen, vorab bereits eine Woche auf einer Höhe zwischen 2.000 – 3.000 m zuzubringen und dabei bereits Tagestouren in höhere Höhen durchzuführen
  • Diese Maßnahme reduziert die Wahrscheinlichkeit und Stärke der Höhenkrankheit um 50 %
  • Auch empfehlen Leitlinien für Touren über 3.000 m einen täglichen Anstieg von höchstens 300 – 500 m und einen Tag Pause alle drei bis vier Tage
  • Bei einem mäßigen Risiko einer Höhenkrankheit kann Acetazolamid in niedriger Dosis (125 mg zweimal täglich), bei höherem Risiko in höherer Dosis (250 mg zwei- bis dreimal täglich) eingesetzt werden
  • Da dieses Medikament in der höheren Dosis bereits in niedrigen Höhen bei jedem Vierten Übelkeit und Müdigkeit verursacht, dazu u. a. oft Akroparästhesien, Geschmacksstörungen und Polyurie auftreten, sollte ein Einnahmeversuch bereits vor der Tour erfolgen
  • Bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation empfehlen Leitlinien den Einsatz von Dexamethason 4 mg zweimal täglich bei mäßigem Risiko und dreimal täglich bei höherem Risiko
  • Ist bereits einmal eine Höhenkrankheit aufgetreten, ist das Mittel der ersten Wahl zur Prophylaxe Nifedipin (30 mg retard zweimal täglich)
  • Salbutamol-Inhalationen erscheinen weniger effektiv und sind mit einem höheren Risiko eines Tremors und einer Tachykardie verbunden
  • Die Anwendung von Theophyllin zur Verbesserung der Sauerstoffaufnahme gilt als überholt
  • Bei Touren in sehr großen Höhen (über 4.000 m) empfiehlt sich für akute Notfälle die Mitnahme von Sauerstoff und von einer mobilen Überdruckkammer

Kletter-Skala

Bewertung Erklärung
lGeringe Schwierigkeiten, einfachste Form der Felskletterei (jedoch kein leichtes Gehgelände). Die Hände sind zur Unterstützung des Gleichgewichtes erforderlich. Anfänger müssen am Seil gesichert werden. Schwindelfreiheit ist bereits erforderlich.
llMäßige Schwierigkeiten. Hier beginnt die Kletterei, welche die Drei-Punkt-Haltung erforderlich macht.
lllMittlere Schwierigkeiten. Geübte und erfahrene Kletterer können Passagen dieser Schwierigkeit noch ohne Seilsicherung erklettern. Senkrechte Stellen verlangen bereits Kraftaufwand.
lVGroße Schwierigkeiten. Hier beginnt die Kletterei schärferer Richtung. Erhebliche Klettererfahrung notwendig. Längere Kletterstellen bedürfen meist mehrerer Zwischensicherungen. Auch geübte und erfahrene Kletterer bewältigen Passagen dieser Schwierigkeit gewöhnlich nicht mehr ohne Seilsicherung.
VSehr große Schwierigkeiten. Zunehmende Anzahl an Zwischensicherungen ist die Regel. Erhöhte Anforderungen an körperliche Voraussetzungen, Klettertechnik und Erfahrung. Lange hochalpine Routen im Schwierigkeitsgrad V zählen bereits zu den ganz großen Unternehmungen in den Alpen und außeralpinen Regionen.
VIÜberaus große Schwierigkeiten. Die Kletterei erfordert weit überdurchschnittliches Können und hervorragenden Trainingsstand. Große Ausgesetztheit, oft verbunden mit kleinen Standplätzen. Passagen dieser Schwierigkeit können in der Regel nur bei guten Bedingungen bezwungen werden.
VIIAußergewöhnliche Schwierigkeiten. Ein durch gesteigertes Training und verbesserte Ausrüstung erreichter Schwierigkeitsgrad. Auch die besten Kletterer benötigen ein an die Gesteinsart angepasstes Training, um Passagen dieser Schwierigkeit nahe der Sturzgrenze zu meistern. Neben akrobatischem Klettervermögen ist das Beherrschen ausgefeilter Sicherungstechnik unerlässlich.
VIII und darüberkeine wörtliche Entsprechung
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schwierigkeitsskala_(Klettern)
Kurze versicherte Steilstufe im Aufstieg zum Hochfeiler (3.510 m) in den Zillertaler Alpen (Juli 2020)

Klettersteig-Skala

Bewertung Schwierigkeit Gelände Sicherung Voraussetzungen
A
(wenig schwierig)
K1
einfachflach bis steil, meist felsig oder von Felsen durchsetzt, ausgesetzte Passagen möglichDrahtseile, Ketten, Eisenklammern („Klampfen“) und vereinzelt kurze Leitern; Begehung größtenteils ohne Verwendung der Sicherungseinrichtungen möglichTrittsicherheit und Schwindelfreiheit empfohlen, Bürokondition (hängt allerdings von der Länge der Tour ab)Klettersteigausrüstung empfohlen. Geübte Geher werden hier auch ohne Selbstsicherungen anzutreffen sein.Italien: F (facile)
Frankreich: F (facile)
B
(mäßig schwierig)
K2
einfach bis mäßig schwierig, teilweise etwas anstrengender bzw. kräfteraubendsteileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte, mit ausgesetzten Stellen ist auf jeden Fall zu rechnenDrahtseile, Ketten, Eisenklammern, Trittstifte, längere Leitern (u. U. auch senkrecht); Begehung ohne Sicherungseinrichtungen möglich, aber Schwierigkeiten bis zum 3. Schwierigkeitsgrad (UIAA) sind zu erwartenwie bei A, allerdings bessere Kondition und etwas Kraft und Ausdauer in Armen und Beinen deutlich von VorteilKlettersteigausrüstung empfohlen; Begehung auch im Seilschaftsverband möglichItalien: M (media difficoltà)
Frankreich: PD (peu difficile)
C
(schwierig)
K3
größtenteils schwierig, anstrengend und kräfteraubendsteiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte PassagenDrahtseile, Eisenklampfen, Trittstifte, oft längere und sogar überhängende Leitern, Klammern und Stifte können auch weiter auseinander liegen; in senkrechten Abschnitten manchmal auch nur ein Drahtseil; Begehung ohne Benutzung der fixen Sicherungseinrichtungen möglich, Schwierigkeiten liegen aber oft schon im 4. Schwierigkeitsgrad (UIAA)steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte Passagengute Kondition, da längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad bereits zu den großen Klettersteig-Unternehmungen zählenKlettersteigausrüstung wie B ist dringend zu empfehlen, Ungeübte bzw. Kinder sind eventuell an ein Sicherungsseil zu nehmenItalien: D (difficile)
Frankreich: D (difficile)
D
(sehr schwierig)
K4
sehr schwierig, sehr anstrengend und sehr kräfteraubendsenkrechtes, oft auch überhängendes Gelände; meist sehr ausgesetztDrahtseil, Eisenklammern und Trittstifte (liegen vielfach weit auseinander); an ausgesetzten und steilen Stellen oftmals nur ein Drahtseilwie bei C, allerdings guter körperlicher Zustand, genug Kraft in Armen und Händen, da längere senkrechte bis überhängende Stellen auftreten können; auch kleinere Kletterstellen (bis zum 2. Schwierigkeitsgrad) ohne Sicherungseinrichtungen sind möglichKlettersteigausrüstung obligatorisch, selbst erfahrene Klettersteiggeher sind im Seilschaftsverband anzutreffen; für Anfänger und Kinder nicht empfehlenswertItalien: MD (molto difficile)
Frankreich: TD (très difficile)
E
(extrem schwierig)
K5
extrem schwierig, da sehr anstrengend und äußerst kräfteraubendsenkrecht bis überhängend; durchwegs ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungsklettereiwie D, allerdings öfter mit Kletterei kombiniertviel Kraft in Händen (Fingern), Armen und Beinen, erhöhtes Maß an Kondition, Beweglichkeit, über längere Strecken kann die Hauptlast auf den Armen liegenKlettersteigausrüstung obligatorisch, Seilschaftsverband gerade bei Touren mit Stellen ohne Sicherungseinrichtungen überlegenswert; für Anfänger und Kinder nicht zu empfehlenItalien: ED (estrema difficoltà)
Frankreich: ED (extrêmement difficile)
F
(mehr als extrem schwierig)
K6
mehr als extrem schwierig, da sehr anstrengend und äußerst kräfteraubend und gute Klettertechnik unabdingbar istprimär überhängend; ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei


wie E, kombiniert mit Klettereiwie E, jedoch gutes Kletterkönnen obligatorischKlettersteigausrüstung obligatorisch, Seilschaftsverband gerade bei Touren mit Stellen ohne Sicherungseinrichtungen überlegenswert; für Anfänger und Kinder nicht zu empfehlenDerzeit gibt es im Alpenraum nur wenige Klettersteige der Stufe F.
G
(höchste Schwierigkeit)
K7
höchste Schwierigkeit bei den Klettersteigenoft vertikal, auf langen Passagen überhängendwie F, mit größeren Anforderungen an die Athletikwie F, jedoch sehr gutes Sportkletterkönnen obligatorischKlettersteigausrüstung obligatorisch, Toprope-Sicherung empfehlenswert; nicht empfehlenswert für Personen, die den Schwierigkeitsgrad E nicht sehr sicher beherrschenBislang nur ein Klettersteig in dieser Stufe: Ferrata Extraplomix auf Gran Canaria.
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Klettersteig

Hochtouren-Skala

Grad Weg/Gelände Anforderungen Beispiele
T1
Wandern
Weg gut gebahnt. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalen Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden.
Falls nach SWW-Normen markiert: gelb.
Keine, auch mit Turnschuhen geeignet. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich.MännlichenKleine Scheidegg, Hüttenweg Jurahaus, Cabane Mont Raimeux, Strada Alta Leventina.
T2
Bergwandern
Weg mit durchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen.
Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-rot-weiss.
Etwas Trittsicherheit. Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen.Wildhornhütte, Bergseehütte, Täschhütte ab Täschalp, Passo Campolungo, Capanna Cristallina von Ossasco.
T3
anspruchsvolles Bergwandern
Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen.
Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-rot-weiss.
Gute Trittsicherheit. Gute Trekkingschuhe. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.Hohtürli, Sefinenfurgge, Fründenhütte, Grosser Mythen, Pizzo Centrale vom Gotthardpass.
T4
Alpinwandern
Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen, einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen.
Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-blau-weiss.
Hinweis: Ältere Wege mit dem Schwierigkeitsgrad T4 sind heute noch oft mit Rot-Weiss-Rot markiert.
Vertrautheit mit exponiertem Gelände. Stabile Trekkingschuhe. Gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden.Fornohütte, Schreckhornhütte, Dossenhütte, Mischabelhütte, Übergang Voralphütte-Bergseehütte, Vorder Glärnisch, Steghorn (Leiterli), Piz Terri, Pass Casnile Sud.
T5
anspruchsvolles Alpinwandern
Oft weglos. Einzelne einfache Kletterstellen. Exponiert, anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen. Apere Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr.
Falls markiert: weiss-blau-weiss.
Bergschuhe. Sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungsvermögen. Gute Alpinerfahrung im hochalpinen Gelände. Elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil.Cabane de la Dent Blanche, Bütlasse, Salbitbiwak, Sustenjoch Nordflanke, Bristen, Pass Cacciabella.
T6
schwieriges Alpinwandern
Meist weglos. Kletterstellen bis II. Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände. Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr.
Meist nicht markiert.
Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechischen Hilfsmitteln.Niesengrat (Fromberghorn Nord), Glärnisch Guppengrat, Via Alta della Verzasca.
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/SAC-Wanderskala

Equipment


Triathlon

Für mein tägliches Training sowie während der Wettkämpfe nutze ich überwiegend folgende Ausrüstung:

Premiere über die Kurz-Distanz beim Triathlon am Stausee Hohenfelden (Juli 2012)
LaufbandLivestrongLS 13.0T
LaufradsatzMavicCosmic Carbon SLE WTS
RadBullsDesert Falcon 1, 56 cm
RolleTacxSatori
HelmGiroProlight 55-59 mm
NeoprenanzugOrcaS3
RadschuhMavicAvenir
Triathlon-EinteilerJolly WearMarc
LaufschuhNikeFree Distance RN
AerolenkerProfile DesignT3+
Radhose (lang)Jolly WearDiego
SattelSelle ItaliaSLR Tri Gel
Radjacke (lang)Jolly WearMarc
Radjacke (lang)Jolly WearDiego
LaufschuhK-SwissCalifornia
LaufschuhK-SwissK-Ruuz 1.5
Sattelstange (gekröpft)Profile DesignFast Forward 27,2 mm
Radtrikot (kurz)Jolly WearMarc
Radinnenhose (kurz)sugoiRC Pro Liner
FahrradcomputerSIGMA SportBC1609STS
Trink-SystemProfile Design
Neoprenhandschuheblueseventy
Skull CapCraftSWE
LuftpumpeLezyneAlloy Drive
Laufhose (3/4)MizunoBioLeg Performance 3/4 Tights
Neoprenstrümpfeblueseventy
PedalenSHIMANO105 PD-R540 SPD-SL
LenkertascheTopeakTri DryBag
Sport-UhrGarminVenu
GelGURoctane
NeoprenhaubeAqua Sphere
HalstuchBUFFLTV Erfurt
SchwimmbrilleArenaThe One Smoke/White/White
KompressionsstulpeSaller
LaufshirtJN 305 Men’s Running Tank
Visor CapMyrtle Beach
FlaschenhalterProcraftEco White Series
LaufjackeBrooksLSD Lite Jacket II
Sport-AppGarmin Connect
Startnummernbandwww.triworld.de
TrinkflaschenIsostar1 Liter
Sonnenbrille
Lauf-RucksackSalomonS-LAB Sense Ultra
Soft-FlaskSalomon0,5 Liter
Lauf-ShirtRunner’s Point
StirnlampePetzlMYO RXP 2
Beim Wandern auf die Wilde Kreuzspitze (3.132 m) in den Zillertaler Alpen im Juli 2020

Wandern und Bergsteigen

SchlafsackAJUNGILAKSPHERE UL SPRING RV550 g
2-Personen-ZeltVAUDELIGHTWING ULTRALIGHT1.960 g
Isolationsjacke, incl. Aufbewahrungs- beutelThe North FaceThermoball Plus350 g
BergstiefelGarmontAscent GTX 441.300 g
RucksackThe North FacePhantom 38 Liter992 g
Hardshell JackeThe North FacePURSUIT – Ultraleichte Hardshelljacke aus HyVent420 g
Trekking-StöckeLEKINEOTRAIL FX.ONE SUPERLITE256 g
Steigeisen, inkl. Aufbewahrungs- beutelPETZLIrvis Hybrid505 g
IsomatteTherm-A-RestNeoAir XLite Womens335 g
Eispickel, inkl. HandschlaufePETZLGully Ice Axe280 g
EisschraubenPETZLLaser Speed 17 cm143 g
TrinkrucksackSALOMONS-LAB Sense Ultra Trink-Set, Schwarz/Grau, M/L
TraillaufschuheSALOMONULTRA GLIDE520 g
Gletscherbrille, incl. AufbewahrungsbeutelJulboAlte Arc 4
LaufrucksackSALOMONSkin Pro 14+3 Liter430 g
EinfachseilPETZLVolta Guide 9 mm, 30 m, Imprägnierung1.620 g
WindjackeThe North FaceFlight RKT85 g
HelmPETZLSirocco160 g
Langarm PulliThe North FaceIMPULSE ACTV 1/4240 g
Klettergurt, incl. AufbewahrungsbeutelPETZLAltitude150 g
StirnlampePETZLMYO RXP 2175 g
IsomatteOMMDuomat – Black157 g
SockenInjinjiVibrant Injinji-Socken Trail Mini
HMS-Schraub-KarabinerPETZLAttache Karabiner Screw Lock56 g
BandschlingenPETZLSt’Anneau Loopschal 120cm rot, Dyneema40 g
Schnapp-KarabinerPETZLSpirit Karabiner Gebogen39 g
ReepschnüreMammutCord POS – Reepschnur – Orange | 4 m – 7 mm, Dyneema
Erste Hilfe SetVAUDEFirst Aid Kit Bike Waterproof
LaufrucksackSALOMONS-LAB Sense Ultra
Trekking-HoseCAMPAGNOLOMan Pant Long Softshell 48
Kocher + Kartusche
RucksackVAUDERocklight 30 Liter