Objektive Risiken
| Naturereignisse / Wettererscheinungen | Beispiele | Tipps | |
|---|---|---|---|
| Sonne | Sonnenbrand, Sonnenstich | Sonnenschutz | |
| Kälte | Unterkühlung, Erfrierungen Durch die fehlende Versorgung mit ausreichend Sauerstoff, Wasser und Nahrung wird der Stoffwechsel des menschlichen Körpers auf ein Minimum zurückgefahren Die Versorgung der Extremitäten wird bereits vorher reduziert. Daher steigt die Gefahr von Erfrierungen an Zehen und Fingern | Ausrüstung, Verpflegung, Tourenplanung | |
| Nässe | Unterkühlung, Erfrierungen | Ausrüstung, Wetterkunde | |
| Gewitter | Blitzschlag | Geländekenntnisse, Umgehendes Aufsuchen einer Schutzhütte | |
| Nebel | fehlende/unmögliche Orientierung | Navigation, Geländekenntnisse | |
| Dunkelheit | fehlende/unmögliche Orientierung | Zeitmanagment, Ausrüstung | |
| Sturm | Böen, hohe Windgeschwindigkeiten / Windchill-Effekt, Höhenstürme | Ausrüstung, Wetterkunde | |
| Wetterstürze | Wetterkunde | ||
| Stein- und Eisschlag | Seracs / Überhängende Eis-Türme | Geländekenntnis, Risikoabwägung | |
| Wechtenbruch | Geländekenntnisse | ||
| Lawinen | Eisbretter, Schneerutsch | Lawinenkunde | |
| Gletscherspalten | Spaltensturz | Gletscherkunde, Spaltenbergungsverfahren (Selbstrettung, Mannschaftszug, Lose Rolle, Totmann-Anker), Knotenkunde | |
| Sauerstoffmangel | Durch den Sauerstoffmangel und Dehydration ist das klare Denken stark beeinträchtigt bzw. verlangsamt Wegen der Kälte ist die Höhenluft sehr trocken, daher verliert der Körper bereits über die Atmung sehr viel Wasser | Schnee schmelzen, mind. 4-6 Liter pro Tag Wasseraufnahme notwendig |

Subjektive Gefahren
| Gefahren | Beispiele | ||
|---|---|---|---|
| mangelhafte Erfahrung | Selbstüberschätzung | Wahl der Aufstiegsroute zu schnelles / langsames Aufstiegstempo | |
| Leichtsinn | Sicherheitsausrüstung, Geländebeurteilung, Klettersturz durch ständige Wechsel von Felsgehen und Eisgehen sowie die daraus erwachsende Möglichkeit folgenreicher Fehltritte | ||
| Unkenntnis / unvollständige Information | |||
| geringes Können | kein/mangelhafter Ausbildungsstand | DAV-Kurse | |
| falsche Tourenplanung | Zeitfaktor (vorzeitiger Einbruch der Dunkelheit, Wettersturz o. ä) | ||
| mangelnde körperliche Voraussetzungen (Kondition) | Trainingszustand, Akklimatisierung | kräftezehrender tagelanger Aufstieg | |
| Gewichtsproblematik, Belastbarkeit | Notwendigkeit, zumindest persönliche Gegenstände selbst mitzuführen | ||
| Dehydration, Sinneseintrübung | Oft bewirken Erschöpfung und nachlassende Aufmerksamkeit, dass ein bedrohlich werdender Wassermangel nicht wahrgenommen wird | ||
| Ausrüstungsmängel | falsche Ausrüstung | Schuhwerk, Wanderausrüstung im Klettergelände | |
| schlechte Ausrüstung | zu altes / kaum noch funktionstüchtiges Material | ||
| unzureichende Ausrüstung | ungenügende Anzahl an Sicherungsmaterial, unzureichende wärmeisolierende Kleidung auf mehrtägiger Gletschertour | ||
| psychisches Fehlverhalten | Auch die Psyche wird hoch belastet, denn der Aufstieg in die Todeszone kann zu einer Begegnung mit den nicht geborgenen Leichen früherer Bergsteiger führen | ||
| fehlende Rationalität | Darüber hinaus kann die drängende Motivation, um jeden Preis den prominenten Gipfel erreichen zu wollen, bewirken, dass eigentlich noch für den Abstieg benötigte Kräfte restlos investiert oder alarmierende körperliche Signale ignoriert werden Viele Bergsteiger stürzten nicht bei schwierigen Kletterpassagen in den Tod oder wurden von Lawinen mitgerissen, sondern starben beim Abstieg an Erschöpfung | ||
| unglückliche Risikoabwägung | Die mangelnde Entscheidungskompetenz aufgrund des akuten Sauerstoffmangels kann hier eine fatale Rolle spielen | ||
| fatale Gruppendynamik | Probleme bei Seilschaften im steilen Firn, beim Felsklettern, auf Gletschern |
