Gefahren im Hochgebirge

Objektive Risiken

Naturereignisse / Wettererscheinungen Beispiele Tipps
SonneSonnenbrand, SonnenstichSonnenschutz
KälteUnterkühlung, Erfrierungen
Durch die fehlende Versorgung mit ausreichend Sauerstoff, Wasser und Nahrung wird der Stoffwechsel des menschlichen Körpers auf ein Minimum zurückgefahren
Die Versorgung der Extremitäten wird bereits vorher reduziert. Daher steigt die Gefahr von Erfrierungen an Zehen und Fingern
Ausrüstung, Verpflegung, Tourenplanung
NässeUnterkühlung, Erfrierungen Ausrüstung, Wetterkunde
GewitterBlitzschlagGeländekenntnisse, Umgehendes Aufsuchen einer Schutzhütte
Nebelfehlende/unmögliche OrientierungNavigation, Geländekenntnisse
Dunkelheitfehlende/unmögliche OrientierungZeitmanagment, Ausrüstung
SturmBöen, hohe Windgeschwindigkeiten / Windchill-Effekt, HöhenstürmeAusrüstung, Wetterkunde
WetterstürzeWetterkunde
Stein- und EisschlagSeracs / Überhängende Eis-TürmeGeländekenntnis, Risikoabwägung
WechtenbruchGeländekenntnisse
Lawinen Eisbretter, SchneerutschLawinenkunde
GletscherspaltenSpaltensturzGletscherkunde, Spaltenbergungsverfahren (Selbstrettung, Mannschaftszug, Lose Rolle, Totmann-Anker), Knotenkunde
SauerstoffmangelDurch den Sauerstoffmangel und Dehydration ist das klare Denken stark beeinträchtigt bzw. verlangsamt
Wegen der Kälte ist die Höhenluft sehr trocken, daher verliert der Körper bereits über die Atmung sehr viel Wasser
Schnee schmelzen, mind. 4-6 Liter pro Tag Wasseraufnahme notwendig
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alpine_Gefahren
Gipfelkreuz des Sulzkogel (3.016 m) in den Stubaier Alpen (Österreich, Juli 2020)

Subjektive Gefahren

Gefahren Beispiele
mangelhafte ErfahrungSelbstüberschätzungWahl der Aufstiegsroute
zu schnelles / langsames Aufstiegstempo
LeichtsinnSicherheitsausrüstung, Geländebeurteilung,
Klettersturz durch ständige Wechsel von Felsgehen und Eisgehen sowie die daraus erwachsende Möglichkeit folgenreicher Fehltritte
Unkenntnis / unvollständige Information
geringes Könnenkein/mangelhafter AusbildungsstandDAV-Kurse
falsche TourenplanungZeitfaktor (vorzeitiger Einbruch der Dunkelheit, Wettersturz o. ä)
mangelnde körperliche Voraussetzungen (Kondition)Trainingszustand, Akklimatisierungkräftezehrender tagelanger Aufstieg
Gewichtsproblematik, BelastbarkeitNotwendigkeit, zumindest persönliche Gegenstände selbst mitzuführen
Dehydration, SinneseintrübungOft bewirken Erschöpfung und nachlassende Aufmerksamkeit, dass ein bedrohlich werdender Wassermangel nicht wahrgenommen wird
Ausrüstungsmängelfalsche AusrüstungSchuhwerk, Wanderausrüstung im Klettergelände
schlechte Ausrüstungzu altes / kaum noch funktionstüchtiges Material
unzureichende Ausrüstungungenügende Anzahl an Sicherungsmaterial, unzureichende wärmeisolierende Kleidung auf mehrtägiger Gletschertour
psychisches FehlverhaltenAuch die Psyche wird hoch belastet,
denn der Aufstieg in die Todeszone kann zu einer Begegnung mit den nicht geborgenen Leichen früherer Bergsteiger führen
fehlende RationalitätDarüber hinaus kann die drängende Motivation, um jeden Preis den prominenten Gipfel erreichen zu wollen, bewirken, dass eigentlich noch für den Abstieg benötigte Kräfte restlos investiert oder alarmierende körperliche Signale ignoriert werden
Viele Bergsteiger stürzten nicht bei schwierigen Kletterpassagen in den Tod oder wurden von Lawinen mitgerissen, sondern starben beim Abstieg an Erschöpfung
unglückliche Risikoabwägung Die mangelnde Entscheidungskompetenz aufgrund des akuten Sauerstoffmangels kann hier eine fatale Rolle spielen
fatale GruppendynamikProbleme bei Seilschaften im steilen Firn, beim Felsklettern, auf Gletschern
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alpine_Gefahren